Sie haben manchmal den Eindruck, dass Ihr Bauchnabel Wollmäuse züchtet? Flusen und Fusseln dort sind keine Seltenheit - zumindest, wenn man der Fraktion «Bauchnabel stülpt sich nach innen» angehört.
Abgestorbenes Hautgewebe, Talg, Schmutz, Fasern der Kleidung: All das sammelt sich nämlich gerne in innen liegenden Bauchnabeln an, wie der Internist Matthias Juricke in der Zeitschrift «Apotheken Umschau» aufzählt (Ausgabe B 5/26).
Männer neigen eher zu Bauchnabel-Fusseln
Besonders betroffen von Bauchnabelflusen sind übrigens Männer - und zwar aufgrund ihrer üppigeren Bauchbehaarung. Das hat der Strahlenphysiker Georg Steinhauser von der TU Wien in einem Forschungsprojekt herausgefunden, dem er in seiner Freizeit nachgegangen ist.
Eine Erkenntnis seiner Untersuchung, die 2009 unter dem Titel «The nature of navel fluff» erschien: Durch die schuppige Struktur der Bauchhaare rund um den Nabel lösen sich Fasern aus der Kleidung. Diese Fasern werden dann in den Nabel geleitet, wo sie sich mit der Zeit zu einer filzartigen Masse verdichten.
Die über drei Jahre laufende Untersuchung liefert aber auch Tipps für weniger Fussel-Alarm. Wer seine Bauchhaare wegrasiert, kann die Ansammlung von Flusen demnach gut unterbinden. Und: Beim Tragen von älteren Shirts und Hemden entstehen weniger Fusseln als bei neu gekauften Kleidungsstücken.
So gibt's keine unangenehmen Gerüche
Die Ansammlungen im Bauchnabel können ab einem gewissen Punkt lästig werden. Werden sie beim Duschen nicht herausgespült, entsteht durch die Feuchtigkeit ein günstiges Milieu für Bakterien und Pilze, so Internist Matthias Juricke. Vermehren sich diese Mikroorganismen, kann der Bauchnabel auch mal müffeln.
Wer das vermeiden möchte, reinigt seinen Bauchnabel am besten regelmäßig mit einer milden Waschlotion, wie der Arzt rät. Hartnäckiger Schmutz lässt sich dabei gut mit einem Waschlappen oder auch einem Wattestäbchen entfernen. Im Anschluss sollte der Nabel gut trocknen können.
Ist der Bauchnabel gerötet, angeschwollen oder schmerzt, sollte man das ärztlich abklären lassen. Dahinter steckt womöglich eine Entzündung, die mit antiseptischen Salben behandelt werden kann.


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